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Tschechien, Divize B (4. Level)
Sa., 10.06.2006, 10:15 Uhr, Stadion na Plynárně, Praha, 100 Zuschauer
Fast schon traditionell stand Mitte Juni die Saisonabschlussfahrt nach Tschechien an. Wie immer ging es mit dem Eurolines Nachtbus von Freitag auf Samstag von München nach Prag. Vier Spiele sollten angeschaut werden, zwei in Prag, eines in Čelákovice und eines in Liberec, leider wurden es nur drei, dazu mehr beim Bericht Liberec B – Teplice B. Freitag Abend wurde noch das WM-Eröffnungsspiel Deutschland – Costa Rica und der nachfolgende Kick Polen-Ecuador im TV verfolgt, ehe es nach Fröttmaning ging, von wo die Eurolines Busse Richtung Prag abfahren. Im Bus wurde wie immer kaum geschlafen, diesmal gab es einen enorm langen Aufenthalt an der deutsch-tschechischen Grenze, vielleicht wegen der WM, wer weiß. Um etwa sechs Uhr morgens kam man dennoch püntklich in Prag an, ich holte mir gleich den Deník Sport und wartete auf die Öffnung des McDonald’s um 7 Uhr um zu frühstücken. Dann fuhr ich mit Zug und Bus raus nach Královice, um Fotos vom Platz des dortigen Sokol Královice zu machen. Gegen 9:30 war ich dann auf dem Platz von Loko Vltavín, das um 10 :15 Uhr gegen den Tabellenführer der Divize B, Sokol Ovčáry antreten sollte. Loko Vltavín hieß bis vor kurzem Lokomotiva Praha und ist einer der ältesten Vereine Tschechiens und Prags. Seine erfolgreiche Zeit liegt allerdings schon bald ein Jahrhundert zurück. Nach dem zweiten Weltkrieg spielte man nur noch unterklassig. Das Stadion „na Plynárně“, der Name wird kaum mehr verwendet, liegt nicht gerade in einem touristisch attraktiven Viertel der tschechischen Hauptstadt. Unweit vom Bahnhof Holešovice bestimmen vor allem die sanierungsbedürftigen Wohnsilos auf der Gegenseite das Bild. Der Platz selbst ist nur einseitig ausgebaut und auch schon extrem in die Jahre gekommen. Der Eingang, auf dem sich der Schriftzug „TJ Lokomotiva Praha“ befindet, ist völlig heruntergekommen. Ist man in das Areal eingetreten klimmt man verfallene Stufen hoch und erblickt mit Gras überwucherte Stufen, an die eine Tribüne anschließt, dessen oberste Reihe überdacht ist. Insgesamt ein recht trauriger Anblick, den die Anlage bietet, wäre da nicht der neue Kunstrasenplatz im hinteren Bereich. Aber für Nostalgiker sicher ein Augenschmaus. Loko Vltavín zieht die üblichen rund 100 Besucher für einen Samstag vormittag an, in der Millionenstadt Prag gibt es sicher wichtigeres zu tun als sich eine Viertligabegegnung anzuschauen, bei der es um fast nichts mehr geht. Der Gegner aus Ovčáry braucht noch einen Punkt zum Meistertitel und dem damit verbundenen Aufstieg in die 3. Liga und der wird auch geholt. Das Thema unter den Zuschauern ist denn auch mehr die WM und die bevorstehenden Spiele der tschechischen Elf. Ich persönlich kann das Spiel nicht ganz genießen, kann ich doch mein Blatt mit den Zug/Bus-Verbindungen nicht mehr finden und habe mich schon mit dem Gedanken abgefunden, sie in einem Internetcafé neu zusammensuchen zu müssen. Nach dem Spiel gehe ich aber den Weg zurück, den ich gekommen bin, und tatsächlich, da liegt der Zettel auf dem Gehsteig und weder der Wind noch der Dreck konnten ihm etwas anhaben. Noch mal Glück gehabt. Mit der U-Bahn fahre ich zum Bahnhof Masarykovo nádraží, wo mein Zug Richtung Čelákovice abfährt.
